Meppen stellt die Weichen für die Zukunft des Emsbads: In der heutigen Ratssitzung ist die Entscheidung für den Neubau des Emsbads gefallen. Auch wir haben für den Neubau gestimmt, der im Wesentlichen eine Ausstattung bietet, die dem aktuellen Emsbad entspricht – nur in neu und funktional verbessert (Kostenschätzung: 29,9 Mio. Euro). Warum wir diesen Weg aus Überzeugung mitgehen, aber gleichzeitig mit Blick auf die Finanzen zur Vorsicht mahnen, erklären wir hier.
Sanierung nicht sinnvoll
Das aktuelle Emsbad aus dem Jahr 1976 ist am Ende seines Lebenszyklus angekommen. Eine umfassende Prüfung hat gezeigt: Eine bloße Sanierung des Hallenbads wäre mit rund 21,2 bis 24,6 Mio. Euro (netto) völlig unwirtschaftlich gewesen, da dennoch erhebliche funktionale Mängel bestehen geblieben wären. Außerdem hätte Meppen während der Bauzeit (ca. 2 Jahre) kein Schwimmbad gehabt. Für uns war daher klar: Wir wollen ein neues, modernes Bad für Meppen. Der Neubau wird zwischen dem Freibad und dem JAM-Center entstehen.
Ein Bad für alle Meppener*innen
Uns liegt besonders am Herzen, dass das neue Emsbad ein Ort für alle Generationen bleibt. Das bedeutet für uns: Wir brauchen ein attraktives Angebot für Familien, die hier ihre Freizeit verbringen, ebenso wie für unsere Senior*innen, für die das Schwimmen ein wichtiger Baustein für Gesundheit und soziale Kontakte ist. Gleichzeitig müssen die Kapazitäten für unsere Schulen und das Training der Vereine nicht nur erhalten, sondern durch moderne Technik und eine verbesserte Beckenaufteilung zukunftssicher gemacht werden.
Verantwortung in Zeiten von Rekordschulden
Trotz unserer Zustimmung haben wir die Kosten kontrovers diskutiert. Angesichts der Rekordverschuldung der Stadt Meppen ist es unsere Pflicht, kritisch nachzuhaken. Wir haben der Verwaltung daher einen detaillierten Fragenkatalog vorgelegt.
Trotz Zustimmung: Wo die Verwaltung Antworten schuldig blieb
Auch wenn der Beschluss steht, sind wesentliche Punkte für uns nicht zufriedenstellend geklärt:
- Unklare Gründungskosten: Die Planung geht bisher von „normalen Bodenverhältnissen“ aus. Zusätzliche Kosten, beispielsweise für eine mögliche Grundwasserabsenkung oder Kampfmittelbeseitigung, sind nicht konkret beziffert. Die Verwaltung verweist lediglich auf eine 10 %ige Pauschale für Preissteigerungen oder Mehraufwand im Baugrund. Wir halten das bei einem Projekt dieser Größenordnung für riskant und hätten eine Untersuchung der Bodenverhältnisse im Rahmen der Machbarkeitsstudie erwartet.
- Fehlende Energieprognose: Trotz der Bedeutung für den städtischen Haushalt und den Klimaschutz konnte die Verwaltung noch keine Prognose zum künftigen Energieverbrauch abgeben. Wir erwarten hier zeitnah Transparenz, um die langfristige Belastung des Haushalts abschätzen zu können.
Wir stehen zum Neubau des Emsbads als Investition in die Lebensqualität und den Schulstandort. Doch wir werden der Verwaltung weiterhin genau auf die Finger schauen, damit dieses Großprojekt finanziell nicht aus dem Ruder läuft.




