Die Herausforderung: Ein Wohnungsmarkt, der zwei Generationen blockiert
Am 18. Dezember 2025 hat der Rat der Stadt Meppen das neue Wohnraumversorgungskonzept verabschiedet. Dieses bildet das strategische Fundament für unsere Stadtentwicklung und zeigt deutlich auf: Es fehlt in Meppen an bezahlbaren und barrierefreien Wohnungen.
Bis zum Jahr 2040 werden in Meppen mindestens 540 altersgerechte Wohneinheiten benötigt, um dem Zuwachs in der Altersgruppe der über 75-Jährigen gerecht zu werden. Das Fehlen entsprechender Wohnungen blockiert derzeit zwei Generationen gleichzeitig:
- Die ältere Generation: Viele ältere Mitbürger*innen würden sich gerne verkleinern, finden aber in ihrem vertrauten Wohnumfeld keine passende Wohnung und bleiben notgedrungen in ihren zu groß gewordenen Einfamilienhäusern.
- Die jüngere Generation: Junge Familien wiederum suchen genau diese Häuser im Stadtgebiet händeringend, um sich ein Eigenheim aufzubauen.
Die Folge dieser Blockade betrifft uns alle: In einigen unserer gewachsenen Siedlungen droht schleichend eine Überalterung. Wenn über Jahre hinweg keine jungen Familien nachziehen können, verliert ein Viertel seine lebendige Mischung. Das ist langfristig fatal für die sozialen Strukturen sowie für die Zukunft unserer Kitas und Schulen.
Um dieses Problem anzupacken, haben wir im Frühjahr einen Antrag eingereicht, der diese Woche im Planungs- und Bauausschuss beraten wurde.
Wie wollen wir den Wohnungsbau ankurbeln?
Viele ältere Meppener*innen möchten verständlicherweise auch im Alter in ihrem gewohnten und vertrauten Umfeld wohnen bleiben. Unser Antrag setzt genau da an: Wir wollen unseren älteren Menschen moderne, barrierefreie Alternativen direkt dort anbieten, wo sie ihr Leben lang gewohnt haben.
Dafür fordern wir konkrete Maßnahmen der Stadt:
- Grundstückssicherung: Die Stadtverwaltung soll ein Programm ins Leben rufen, über das sie geeignete Grundstücke in gewachsenen Siedlungen sichert.
- Investoren aktivieren: Diese Grundstücke sollen an private Investoren verkauft oder verpachtet werden, unter der Auflage, dass diese dort altersgerechte und preisgebundene Wohnungen errichten.
Win-win-Situation für Meppen: Chancen für Familien und Senior*innen in Meppen
Durch unsere Initiative wollen wir Umzugsketten anstoßen, von denen alle Seiten profitieren:
- Selbstbestimmt im Alter: Ältere Mitbürger*innen erhalten die Chance, in eine bedarfsgerechte, barrierefreie Wohnung in ihrer vertrauten Nachbarschaft umzuziehen.
- Neue Chancen für Familien: Durch den Umzug werden begehrte Einfamilienhäuser frei. Junge Familien erhalten so eine echte, bezahlbare Chance auf Wohneigentum direkt in Meppen.
- Klimaschutz: Wir aktivieren vorhandene Potenziale direkt im Bestand – ohne dafür neue Flächen versiegeln zu müssen.
Baulücken schließen: Was das Vorkaufsrecht für Meppen bedeutet
In der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses am 22. Juni 2026 wurde unser Antrag beraten – und er hat direkt Wirkung gezeigt! Künftig wird die Stadt beim Verkauf unbebauter Grundstücke die Anwendung ihres Vorkaufsrechts prüfen. Damit erhält die Stadt das nötige Werkzeug, um Grundstücke für unser gefordertes Wohnraumprogramm zu sichern.
Für Käufer bleibt das Verfahren absolut fair: Sie können das Vorkaufsrecht abwenden, indem sie sich verpflichten, das Grundstück innerhalb einer angemessenen Frist selbst zu bebauen. Wird diese Vereinbarung jedoch gebrochen, kann die Stadt das Grundstück nachträglich übernehmen und gezielt an Investoren für den Bau preisgebundener Wohnungen vergeben.
Damit schaffen wir nicht nur neuen, bezahlbaren Wohnraum, sondern wir stoppen auch die spekulative Hortung von Grundstücken und treiben eine sinnvolle Innenverdichtung voran. Indem wir diese Baulücken schließen, schaffen wir neuen Wohnraum genau dort, wo die Menschen bereits zu Hause sind – in ihren gewachsenen Siedlungen. Damit machen wir den Weg frei für einen harmonischen Generationenwechsel.





