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Schluss mit der Kostenfalle: Wir fordern eine schärfere Kostenkontrolle bei Großprojekten

Jeder kennt die Klassiker des öffentlichen Bauens: Die Hamburger Elbphilharmonie oder der Flughafen BER. Beide Projekte haben eines gemeinsam: Sie wurden zu einem bestimmten Preis geplant und am Ende waren sie um ein Vielfaches teurer.

Warum öffentliche Bauprojekte oft teurer werden

Ursache dafür sind häufig Nachträge. Das Prinzip ist einfach, kann aber sehr teuer werden: Ein Unternehmen gewinnt eine Ausschreibung, weil es das günstigste Angebot abgibt. Nachdem die Arbeiten begonnen wurden, stellt sich dann heraus, dass der Boden anders beschaffen ist als gedacht, Pläne geändert werden müssen oder zusätzliche Wünsche aufkommen. Jeder dieser Punkte zieht einen „Nachtrag“ nach sich. Das ist eine Nachforderung, die auf den ursprünglichen Preis aufgeschlagen wird. Ohne eine lückenlose Kontrolle kann die öffentliche Hand darüber schnell den finanziellen Überblick verlieren.

Ein Beispiel vor unserer Haustür: Die Stadtwall-Brücken

Dass wir dafür gar nicht nach Hamburg oder Berlin schauen müssen, zeigt ein noch junges Beispiel aus Meppen: Die Sanierung der drei Brücken am historischen Stadtwall sollte laut ersten Planungen rund 500.000 Euro kosten. Am Ende wurde es jedoch eine knappe Million. Die Begründung der Verwaltung: geänderte Planungen (Neubau statt Teilsanierung) und allgemeine Baupreissteigerungen.

Wir wollen sicherstellen, dass die Kosten auch bei uns in Meppen nicht unbemerkt aus dem Ruder laufen. Deshalb haben wir im Stadtrat einen Antrag eingereicht: Wir fordern die Einführung eines zentralen, standardisierten Nachtragscontrollings für alle Bau-, IT- und Dienstleistungsprojekte der Stadt Meppen.

Warum wir beim Nachtragsmanagement nachbessern müssen

Bisher fehlt es an einer systematischen Dokumentation der Nachträge, einer Auswertung und dem Vergleich mit anderen Kommunen. Dadurch können Verwaltung, Politik und Bürger*innen nicht transparent nachvollziehen, wo das Geld versickert.

Nachträge gehören zu komplexen Projekten dazu. Aber sie müssen transparent, nachvollziehbar und systematisch gehandhabt werden.

Unsere Kernforderungen für mehr Kostenkontrolle auf einen Blick

Unser Antrag sieht konkrete Werkzeuge vor, um die Verwaltung zu stärken und unsere Steuergelder zu schützen:

  • Digitales Nachtragsregister: Für alle laufenden Projekte soll ein digitales Register geführt werden. Hier wird genau dokumentiert, welches Projekt wie viel teurer wird, warum das so ist und wer das genehmigt hat.
  • Berichterstattung an die Politik: Über Nachträge von mehr als 10.000 € soll die Verwaltung den Stadtrat quartalsweise informieren. So können wir als Politik frühzeitig gegensteuern.
  • Jährliche Auswertung: Einmal im Jahr soll die Verwaltung dem Rat einen Nachtragsbericht vorlegen. Durch eine feste Nachtragsquote sehen wir sofort, in welchen Projektkategorien die Kosten besonders häufig steigen.
  • Reißleine bei größeren Projekten: Wenn ein Projekt über 500.000 € kostet und die Nachträge mehr als 15 % der ursprünglichen Auftragssumme übersteigen, fordern wir eine verpflichtende zusätzliche fachliche oder externe Prüfung.
  • Blick über den Tellerrand: Meppen muss das Rad nicht neu erfinden. Durch einen interkommunalen Erfahrungsaustausch wollen wir Best-Practice-Ansätze anderer Städte nutzen, um unser eigenes Nachtragsmanagement zu verbessern.

Verantwortungsvoller Umgang mit städtischen Finanzen

Ein solches Controlling schafft mehr Transparenz für die Öffentlichkeit, sorgt für eine bessere Kostensteuerung, spart Steuergelder und stellt sicher, dass wir aus Fehlern der Vergangenheit lernen. Am Ende stärken wir damit das Vertrauen der Bürger*innen in Verwaltung und Politik.

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